Diese Woche in KI.
Die wichtigsten Entwicklungen der Woche, für dich zusammengefasst.
OpenAI baut Not-Aus-Funktionen – auf Druck des Kongresses
OpenAI sagt automatische Abschaltfunktionen zu – erst auf Druck des Kongresses und ohne die verlangten Logs. Was ein Not-Aus technisch bedeutet.
Der KI-Boom landet jetzt auf deinem Preisschild
Chips und Speicher wandern in die KI-Rechenzentren – im Laden bleiben weniger Modelle und höhere Preise. NIQ zeigt zur IFA, was das für Käufer bedeutet.
KI findet sechs curl-Lücken – der 6:0-Vergleich hinkt
Im neuen curl-Release stecken neun Sicherheitslücken, sechs davon meldete das KI-System der Firma AISLE – kurz nachdem die Systeme von OpenAI und Anthropic nichts mehr gefunden hatten. Die Funde sind echt und amtlich belegt. Der daraus gebastelte Wettkampf ist es nicht.
EPFL gibt der KI Zweifel – und spart 40 Prozent Experimente
Forschende der EPFL koppeln ein Sprachmodell mit einem Gauss-Prozess, der zu jeder Vorhersage eine Unsicherheit mitliefert. Die Methode GOLLuM findet in 23 Benchmark-Aufgaben gute Versuchsbedingungen mit über 40 Prozent weniger Experimenten als klassische Verfahren – publiziert in Nature Machine Intelligence.
Australien wirft KI-Songs aus den Charts – die Schweiz zieht nach
Seit der Chart-Woche vom 31. August 2026 sind vollständig KI-generierte Songs in Australien nicht mehr chartberechtigt. Die Regel geht auf globale Prinzipien des Weltverbands IFPI zurück – und die Schweizer Hitparade steht auf derselben Liste. IFPI Schweiz plant ein eigenes Chartreglement.
Swiss AI Weeks 2026: fünf Wochen KI zum Mitmachen
Bis zum 4. Oktober laufen in der ganzen Schweiz Hackathons, Elternabende und Podien rund um KI. Die Veranstalter melden 220 Partner und 37 Städte. Was wirklich im Kalender steht, was es kostet und was so ein Event-Marathon leisten kann.
Fei-Fei Lis Atlas baut 3D-Welten aus wenigen Fotos
World Labs hat Atlas vorgestellt: ein Weltmodell, das aus einer Handvoll Fotos begehbare 3D-Szenen erzeugt, rekonstruiert und simuliert — bis zu eine Minute Video in 1440p mit frei gewählter Kameraführung, wahlweise als echte 3D-Geometrie. Verfügbar ist es bisher nur im Early Access, und alle Vergleichszahlen stammen von World Labs selbst.
Muse Spark 1.3: Meta setzt auf sparsam statt Spitzenplatz
Meta hat Muse Spark 1.3 veröffentlicht: 62 Punkte im Artificial Analysis Intelligence Index, einen hinter Claude Opus 5 – aber zum Achtel des Preises von Claude Fable 5.1. Die beworbene Sparsamkeit stammt allerdings aus Metas eigener Messung, und die Open-Weights-Frage ist offener denn je.
Manipulierte git-Repos: KI-Agenten führen fremden Code aus
Die Sicherheitsfirma Manifold hat acht Schwachstellen in sieben KI-Coding-Agenten offengelegt. Ein präpariertes Repository lässt Claude Code, Qwen Code oder goose beim Öffnen fremden Code ausführen – mit deinen Rechten, ausserhalb der Sandbox, bevor irgendein Dialog nachfragt. Vier Lücken waren bei Veröffentlichung noch offen.
Washington erklärt KI-Training zu Fair Use – erstmals vor Gericht
Das US-Justizministerium hat sich erstmals in ein KI-Urheberrechtsverfahren eingeschaltet – auf der Seite von OpenAI. Training mit geschützten Texten sei Fair Use, argumentiert die Regierung und beruft sich dabei auf die nationale Sicherheit. Für Verlage, Autorinnen und Musiklabels steht damit ihr stärkster Hebel auf dem Spiel.
New York verbietet KI an Schulen – die Schweiz macht das Gegenteil
New York City setzt generative KI für rund 600'000 Schülerinnen und Schüler bis zur 8. Klasse ein Jahr lang aus – das schärfste Schul-Moratorium der USA. In der Schweiz läuft die Bewegung genau umgekehrt: Kantone bauen KI-Zugänge und Leitfäden aus.
Googles dritter Flash in sechs Wochen – plus ein Cyber-Modell
Gemini 3.8 Flash kostet gleich viel wie der Vorgänger – die Cyber-Variante gibt es nur für geprüfte Verteidiger. Das Frontier-Modell fehlt weiter.
Pentagon schaltet ChatGPT und Grok für 3 Millionen frei
Das US-Verteidigungsministerium hat ChatGPT Mil und Grok for Government auf GenAI.mil aufgeschaltet – neben Googles Gemini. 1,7 von 3 Millionen Beschäftigten nutzen es.
Nvidia steckt 3,5 Milliarden in MediaTek – ohne Aktienkauf
Nvidia hat 3,5 Milliarden US-Dollar in Wandelanleihen von MediaTek gesteckt – nicht in Aktien. Dafür baut der taiwanische Chipdesigner künftig Nvidias NVLink Fusion und den neuen Speicher NVHBM in kundenspezifische KI-Chips ein. Nvidia sichert sich so den Steckplatz, während Big Tech eigene Beschleuniger entwickelt.
ChatGPT-Werbung knackt die Milliarde – in unter 200 Tagen
OpenAI meldet für ChatGPT Ads eine annualisierte Run-Rate von 1 Milliarde Dollar – keine 200 Tage nach dem Start. Zehntausende Werbetreibende, über 40 Länder, und der Self-Service-Kauf öffnet sich für Europa. Die Schweiz sieht die Anzeigen seit dem 24. August, beim Ads Manager steht sie aber noch auf «Coming Soon».
Musk giesst Turbinenschaufeln selbst – KI-Strom 18 Monate früher
Elon Musk hat bestätigt, dass eine geheime SpaceX-Giesserei in Texas Gasturbinen-Schaufeln produzieren soll – damit Kraftwerke für KI-Rechenzentren bis zu 18 Monate früher ans Netz gehen. Genau solche Turbinen haben in den USA bereits eine Klage der NAACP und mehrere Gesundheitsstudien ausgelöst.
Googles KI-Übersichten zur Wahl: wenige Quellen, viel Blackbox
AlgorithmWatch hat 4'480 Suchanfragen zu drei deutschen Landtagswahlen ausgewertet. Das Ergebnis: Google zeigt KI-Übersichten bei Wahlfragen deutlich seltener, stützt sich auf sehr wenige Quellen und formuliert nicht immer neutral. Warum das auch für Schweizer Abstimmungen zählt.
Deutschland prüft künftig KI-Modelle – die Schweiz nicht
Deutschland hat in Berlin das KI-Sicherheitsinstitut «AISI Deutschland» gegründet: BSI und Bundesnetzagentur sollen führende KI-Modelle auf Cyber-Risiken und Kontrollverlust prüfen. Die Schweiz hat keine Stelle mit diesem Auftrag – und sitzt im internationalen Netzwerk der zehn Prüfinstitute nicht am Tisch.
Claudes Wasserzeichen wird prüfbar – aber nur für wenige
Anthropic hat die Erkennung seines Claude-Wasserzeichens geöffnet: Eine Detection-API in der Private Preview lässt Regulatoren, Medien und Faktenchecker prüfen, ob Claude an einem Text mitgeschrieben hat. Gleichzeitig wächst die Kritik – an der Textqualität und an Wasserzeichen, die in Verträge und Prüfungen hineinwandern.
Instagram bremst KI-Influencer, die sich als Mensch ausgeben
Das Label «AI creator» heisst neu «AI-generated profile». Profile mit einer KI-Person, die das verschweigen, verlieren Reichweite – wer es offenlegt, nicht. In der Schweiz gibt es dafür bislang kein Gesetz.
Kriminelle kapern Claude-Konten – ohne Passwort, ohne 2FA
Anthropic hat betroffene Claude-Nutzer per E-Mail gewarnt: Handelsübliche Infostealer-Malware stiehlt aktive Login-Sessions von infizierten Rechnern, danach greifen Kriminelle auf fremde Konten zu und verbrauchen deren Kontingent. Weil eine bereits angemeldete Browser-Session kopiert wird, hilft die Zwei-Faktor-Authentifizierung nicht. Anthropic hat betroffene Konten ausgeloggt, Zahlungsmittel entfernt und will unautorisierte Belastungen zurückerstatten.
Runway generiert Software, während du sie benutzt
Runway hat Solaris vorgestellt: ein System, das Software-Oberflächen nicht als Code ausführt, sondern in Echtzeit Bild für Bild neu rendert und dabei auf Klicks und Drags reagiert. Der Anbieter nennt es das erste «Interface World Model». Öffentlich verfügbar ist es nicht — nur auf Anfrage.
OpenClaw 2.0: Dein eigener KI-Agent wird alltagstauglich
933 Contributors, über 16'000 Pull Requests: Das grösste Update des Open-Source-Agenten erkennt beim Setup jetzt deine bestehenden KI-Abos.
Claude-Code-Limits: 25 Prozent mehr – und trotzdem weniger
Anthropic hebt ab 14. September 2026 die Standard-Wochenlimits von Claude Code dauerhaft um 25 Prozent an. Weil gleichzeitig eine temporäre Erhöhung um 50 Prozent ausläuft, bleibt netto 17 Prozent weniger übrig als heute – diese Zahl nennt Anthropic selbst. Was sich für dich ändert, was gleich bleibt und was du vorher prüfen solltest.
Claude Fable 5.1: stärker beim Coden, günstiger im Betrieb
Anthropic hat Claude Fable 5.1 und Mythos 5.1 veröffentlicht: deutlich bessere Werte bei agentischem Coding und Recherche, dazu ein um 75 Prozent gesenkter Cache-Preis – doch bei voller Effort-Stufe rechnet Artificial Analysis vor, dass die Rechnung höher ausfällt als bei Opus 5.
Tencent öffnet 770-Milliarden-Modell – Apache 2.0, 1 Million Token
Tencent hat Hy4 preview veröffentlicht: 770 Milliarden Parameter, 1 Million Token Kontext, Gewichte frei unter Apache 2.0. Das bisher grösste offene Modell des Konzerns – und der Lizenztext hat diesmal wirklich kein Kleingedrucktes.
GLM-5.3 ist offen – aber die MIT-Lizenz ist weg
Z.ai hat die Gewichte seines 753-Milliarden-Parameter-Flaggschiffs GLM-5.3 freigegeben – zwei Wochen verspätet und erstmals nicht unter MIT. Die neue Hauslizenz verpflichtet Model-as-a-Service-Anbieter ab 10 Milliarden Dollar Umsatz zu einer Sicherheitsprüfung durch Z.ai. Für alle anderen bleibt das Modell frei – die eigentliche Hürde sind die 810 Gigabyte Speicher, die es braucht.
Chinas GLM-5.3-Flash läuft ohne Nvidia – und trägt MIT-Lizenz
Z.ai hat GLM-5.3-Flash freigegeben: 320 Milliarden Parameter unter MIT-Lizenz, drei Punkte hinter dem grossen Schwestermodell – zum Siebtel des Preises. Die ganze Testphase lief auf chinesischen Chips. Was daran belegt ist und was nicht.
57 Prozent nutzen KI – die Schweizer KI-Kluft wächst
57 Prozent der Schweizer Unternehmen nutzen KI – mehr als im europäischen Schnitt. Doch das Wachstum hat sich von 48 auf 24 Prozent halbiert, und der Anteil fortgeschrittener Anwender ist von 20 auf 18 Prozent gesunken. Warum die Zahlen aus der AWS-finanzierten Studie einen zweiten Blick verdienen.
MeteoSchweiz warnt neu mit Deep Learning vor Gewittern
MeteoSchweiz hat seine automatischen Gewitterwarnungen auf ein Deep-Learning-Modell umgestellt. Es rechnet alle fünf Minuten für die ganze Schweiz und warnte im Tessin rund 35 Minuten vor dem per Radar bestätigten Grosshagel. Trainiert wurde es auf den Supercomputern des CSCS in Lugano.
Die Schweiz nutzt KI – und wünscht sie sich weg
Monda Futura und gfs.bern liessen 2'203 Personen 40 Zukunftsszenarien bewerten. KI im Alltag landete auf Rang 39 von 40 – obwohl vier von fünf sie nutzen.
Chinesische Hacker verdoppeln ihre Angriffe – mit DeepSeek
Staatsnahe chinesische Hackergruppen haben ihr Angriffsvolumen laut der taiwanischen Sicherheitsfirma TeamT5 mehr als verdoppelt, seit sie KI für Aufklärung und Exploit-Entwicklung einsetzen – bevorzugt DeepSeek. Das BACS meldet für die Schweiz 27'128 freiwillige Meldungen im ersten Halbjahr 2026.
OpenAI bremst Astra – erstmals «kritische» Cyber-Stufe erreicht
OpenAI stuft sein Modell Astra als erstes in die höchste Cyber-Risikoklasse ein und drosselt den Zugang.
Anthropic stoppte seine Cyber-Tests – und trainierte einen Betrüger
Anthropic legt offen, was nach den Sicherheitsvorfällen vom Sommer intern passierte: pausierte Cyber-Evaluationen, ein Klassifikator, der Ausbruchsversuche vor dem Tool-Call stoppt, und über 10 Prozent fehlerhafte Trainingsumgebungen. Dazu eine Studie, für die ein Opus-Modell absichtlich zum Betrügen trainiert wurde.
Dein Coding-Agent hat kein Zeitgefühl – und merkt es nicht
Claude Code und OpenAI Codex können weder vorhersagen, wie lange eine Aufgabe dauert, noch zuverlässig sagen, wie lange sie schon arbeiten. Eine MATS-Studie misst Fehlschätzungen um das Drei- bis Zehnfache – und zeigt, dass die Agenten sich zusätzlich rund 20 Punkte zu gute Noten geben. Was das für Timeouts, Kostenschätzungen und Projektkalkulation bedeutet.
Google gibt KI-Agenten ein Wiki – damit sie aus Fehlern lernen
Ein Preprint von Google Research zeigt, wie KI-Agenten ihre Erfahrung in einem wachsenden Wiki festhalten und daraus bessere Anleitungen für sich selbst schreiben. In Tests stieg die Durchschnittsgenauigkeit von Gemini 3.5 Flash von 49,5 auf 68,1 Prozent.
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