Diese Woche in KI.
Die wichtigsten Entwicklungen der Woche, für dich zusammengefasst.
Meta bringt mit Muse Wonder sein erstes Frontier-Modell
Meta stellt Muse Wonder und Muse Wonder Full vor: grösser als Muse Spark, mit «Active Memory» und 4 Dollar pro Million Input-Tokens. Die Benchmarks stammen von Meta selbst.
Microsoft Decision-1: Entscheiden statt schreiben
Microsoft startet Decision-1, ein Modell, das für Antwortoptionen Wahrscheinlichkeiten liefert statt Text. Laut Microsoft ist es 35-mal schneller als GPT-6 Sol und kostet 0,042 Dollar pro Million Input-Tokens. Alle Zahlen sind Herstellerangaben.
Nadella fordert eine Notbremse für KI-Modelle
Microsoft-Chef Satya Nadella verlangt, KI-Modelle von Anfang an als mögliches Sicherheitsrisiko zu behandeln: mit Protokollen, Kontrollen ausserhalb des Modells und einer Notbremse. Wir ordnen ein, was das für Firmen mit KI-Agenten heisst.
Zürcher Start-up Cedric startet KI-Teamkollegen für KMU
Das Zürcher Start-up Cedric lanciert einen KI-Agenten für Büroaufgaben von KMU, bedienbar über Slack, Telegram oder Web-App. Die Daten liegen laut Netzwoche bei AWS in Paris, die Modelle kommen von Anthropic. Zahlen zur Nutzung stammen von der Firma.
OpenAI: Umsatz laut FT rund 20 Milliarden Dollar tiefer
Laut Financial Times liegt OpenAIs annualisierter Umsatz Ende September bei knapp 50 statt rund 70 Milliarden Dollar. Der Streit dreht sich um Zählweisen: Anthropic rechnet Cloud-Partner-Verkäufe mit, OpenAI nicht. Bloomberg nennt 70 Milliarden als Prognose für Jahresende.
Jev: Ein Modell ohne Text ist 7,5 Milliarden wert
TypeSafe AI sammelt 870 Millionen Dollar bei 7,5 Milliarden Bewertung ein, weniger als einen Monat nach dem Start von Jev. Das Modell liefert Entscheidungen statt Texte. Tempo und Kosten stammen aus Herstellerangaben. Wir ordnen ein, was das für Schweizer Firmen heisst.
Google bringt den Gemini Agent zuerst für Firmen
Google stellt den Gemini Agent vor, der Ziele entgegennimmt und in der Cloud über Stunden bis Tage weiterarbeitet. Coworker agents erhalten ein eigenes Workspace-Konto mit E-Mail-Adresse. Preise, Termin und Regionen nennt Google nicht, die Schweiz-Verfügbarkeit ist offen.
Anthropic-Modell meldet der Polizei einen erfundenen Mordhinweis
Ein Testlauf mit Claude Haiku 4.5 reichte im Juli einen falschen Hinweis zu einem ungelösten Mordfall bei der Polizei von Philadelphia ein. Anthropic schaltet das Internet für interne Tests ab, das Weisse Haus verlangt Meldungen. Wir ordnen ein, was das für Firmen mit KI-Agenten heisst.
Microsoft zeigt den Surface Laptop Ultra mit RTX Spark
Microsoft stellt den Surface Laptop Ultra mit Nvidias RTX Spark vor: bis 128 GB gemeinsamer Speicher für lokale KI, ab 2'599 Dollar. Dazu kommen Execution Containers, eine Sandbox für KI-Agenten unter Windows 11. Leistungsangaben sind Herstellerangaben, Schweizer Preise fehlen.
«Unannehmbares Risiko»: Studie zu ChatGPT for Teens
Common Sense Media stuft ChatGPT for Teens als unannehmbares Risiko ein: Elternalarme blieben aus, Krisenverweise fehlten oft, der Lernmodus liess sich umgehen. OpenAI bestreitet die Methodik. Wir ordnen ein, was das für Familien in der Schweiz heisst.
Googles KI-Detektor ist jetzt für alle offen
Google öffnet den SynthID Detector für alle: Auf synthid.com lassen sich Bilder, Videos und Audio auf das SynthID-Wasserzeichen prüfen. Es erkennt nur Wasserzeichen von Google und Partnern, ein negatives Ergebnis beweist nichts. Wir ordnen ein, was das für die Schweiz heisst.
Mistral Large 4: Eine Billion Parameter aus Europa
Mistral stellt Large 4 als öffentliche Vorschau vor: rund eine Billion Parameter, in Europa trainiert, offene Gewichte bis Ende Oktober. Die Benchmarks sind Herstellerangaben, die Lizenz ist noch offen. Wir ordnen ein, was das für Schweizer Firmen heisst.
Google stoppt Bug-Bounty für Open Source wegen KI-Flut
Google pausiert sein Prämienprogramm für Sicherheitslücken in Open-Source-Software bis ins erste Quartal 2027, weil automatisierte KI-Meldungen das Programm überfluten. Die allermeisten seien ungültig. Wir ordnen ein, was weiterläuft und was das für die Schweiz heisst.
Anthropic-Prospekt: 4,6 Mrd. Umsatz, 518 Mrd. Verpflichtungen
Der durchgesickerte S-1 von Anthropic zeigt 4,6 Milliarden Dollar Umsatz 2025, einen operativen Verlust von über 8 Milliarden und 518 Milliarden an Rechenzusagen. Wir klären, was eingereicht und was geleakt ist, und ordnen Kundenkonzentration und Risikofaktoren für Schweizer Firmen ein.
Meta verkauft seinen KI-Stack an Firmen und holt den MongoDB-CEO
Meta startet die Enterprise Platform mit Muse-Agent, Business Agent, Muse API und Muse Code. Leiten soll sie CJ Desai, bisher CEO von MongoDB. Preise und Schweiz-Start sind offen, und die jüngste Muse-Sicherheitslücke bleibt eine Vertrauensfrage.
AMD kauft Fei-Fei Lis World Labs für 8,2 Milliarden Dollar
AMD übernimmt das World-Model-Startup von Fei-Fei Li für rund 8,2 Milliarden Dollar in Aktien. Li wird Chief Scientist bei AMD. Der Kauf zielt auf Nvidias Cosmos und betrifft auch die Robotik-Simulation, die in der Schweiz eine Rolle spielt.
OpenAI markiert ChatGPT-Texte in der EU unsichtbar
OpenAI will Texte von ChatGPT und Codex in der EU mit dem Wasserzeichen textGrain markieren, ausgelöst durch den EU AI Act. Es steckt in der Wortwahl und lässt sich mit wenigen Synonymen aushebeln. Wir ordnen ein, was das für die Schweiz heisst.
OpenAI-Sicherheitsexperte geht: «Die Zeit des Ausprobierens ist vorbei»
David Robinson, bis vor Kurzem bei OpenAI für Sicherheitsberichte zu grossen Modell-Launches zuständig, hat nach rund dreieinhalb Jahren gekündigt. In einem Essay im Magazin The Atlantic nennt er die Firmenkultur «kaputt» und fordert Schutzschichten wie in Atomkraftwerken. OpenAI sagt, man verstärke die Sicherheitsmassnahmen.
OpenAI trennt sich laut WSJ von drei Sicherheitsforschern
OpenAI hat sich von drei Safety-Mitarbeitenden getrennt und bestätigt Verstösse gegen interne Regeln zum Umgang mit sensiblen Informationen. Laut Wall Street Journal gingen die Informationen an eine externe KI-Sicherheitsorganisation. Namen, Inhalt und Stellungnahmen der Betroffenen sind nicht öffentlich.
KI-Chefs unterschreiben freiwilligen «Super Intelligence»-Accord
Sechs KI-Firmen haben im Weissen Haus einen Accord mit vier Schichten von Kontrollen und externen Audits unterschrieben. Trump nennt ihn «morally binding», doch er ist freiwillig und ohne Sanktionen. Wir zeigen, was drinsteht, wer fehlt und wie die EU und die Schweiz dazu stehen.
ChatGPT antwortet jetzt mit Knöpfen und Diagrammen
OpenAI rollt GPT-6 für alle ChatGPT-Konten aus, mit der neuen Oberfläche Intelligent UI. Antworten enthalten Schaltflächen, Formulare und Diagramme, die du direkt bedienst. Das Tempo-Versprechen stammt aus internen Messungen. Wir ordnen ein, was das für die Schweiz heisst.
Nvidia DGX Spark: 64 GB für 4'999 Dollar
Nvidia bringt den KI-Minicomputer DGX Spark am 23. Oktober 2026 mit 64 statt 128 GB Speicher ab 4'999 US-Dollar. Der Grund: Die Speicherpreise explodieren, die 128-GB-Variante kostet inzwischen 6'950 Dollar.
Microsoft-Report 2026: KI gibt Angreifern einen Vorsprung
Microsoft zeigt im Digital Defense Report 2026, dass Angreifer KI für Aufklärung, Social Engineering und Malware nutzen. Behörden sind mit 27 Prozent (Vorjahr: 17 Prozent) der meistbetroffene Sektor. Auch das Schweizer BACS beobachtet KI-personalisierte Phishing-Angriffe.
Apple macht «Full Disk Access» schwerer zugänglich – wegen KI-Agenten
Apple will den macOS-Vollzugriff auf alle Dateien künftig nur noch nach «sehr expliziter Nutzeraktion» freigeben und nennt KI-Agenten als Grund. Auslöser ist laut TechCrunch der Streit um Metas Muse, das laut Kolumnist Jason Aten über 187'000 Nachrichtenzeilen synchronisiert haben soll, obwohl er die Freigabe abgelehnt habe. Meta widerspricht.
Reflection AI zeigt Beam, offenes Modell gegen China
Das US-Start-up Reflection AI stellt Beam vor, ein Modell mit offenen Gewichten und 501 Milliarden Parametern. Es soll chinesischen Modellen mit deutlich weniger Rechenaufwand Konkurrenz machen. Alle Zahlen sind Herstellerangaben, die Gewichte folgen im Oktober.
Tavus: Fast jeder Zweite hält KI-Avatar Griffin für echt
Das US-Startup Tavus meldet, dass 48 Prozent der Testpersonen seinen KI-Videoavatar Griffin nach einer Minute für einen Menschen hielten. Die Zahl stammt vom Hersteller, die Stichprobe war mit 54 Personen klein. Für die Schweiz ist sie trotzdem ein Warnsignal, weil Betrüger Video-Fälschungen bisher selten, Stimmklone dafür umso öfter einsetzen.
Gemini 4 Argon: Google startet bei den Cyber-Verteidigern
Google stellt Gemini 4 Argon vor, zunächst nur für ausgewählte Cybersecurity-Organisationen im Fairwind-Programm. Laut Google findet und patcht das Modell kritische Schwachstellen selbstständig. Wir ordnen Zahlen, Bloomberg-Zweifel und den Schweiz-Bezug ein.
GPT-6.1 Sol: fast Astra-Niveau zu einem Fünftel des Preises
OpenAI hat am DevDay GPT-6.1 Sol vorgestellt: laut Hersteller fast auf Astra-Niveau, aber für 2 statt 10 Dollar pro Million Eingabe-Tokens. Die Fehlerrate sinkt gegenüber GPT-6 Sol von 11,4 auf 7,7 Prozent. Verfügbar in ChatGPT Work, Codex und API, nicht im normalen Chat.
arXiv erlaubt dir nur noch zwei Paper pro Monat
Die wichtigste Preprint-Plattform der Wissenschaft führt ein Einreichungslimit ein: zwei Paper pro Person und Monat. Grund ist die KI-getriebene Flut, die freiwillige Moderatoren überlastet.
DeepMind markiert KI-Proteine: 100 % Detektion, Funktion bleibt
Google DeepMind hat in Nature SynthID Bio vorgestellt, ein Wasserzeichen für KI-designte Proteine. Laut Paper erkennt es Sequenzen mit 100 % Trefferquote bei 0,1 % Fehlalarm, ohne die Funktion zu stören. Entfernbar ist es aber trotzdem.
Roboter können 74 % der körperlichen Aufgaben, rentabel sind 0.3 %
Anthropic hat gemessen, welche körperlichen Aufgaben Roboter heute übernehmen könnten: 74 %, das sind 34 % der Arbeitszeit. Kostengünstiger als Menschen sind sie aber nur bei 0.3 %. Bei heutigen Preistrends dauert es rund 40 Jahre bis 10 %.
22 KI-Forschende warnen vor einer «Intelligenzexplosion»
Geoffrey Hinton, Yoshua Bengio und OpenAI-Forschungschef Jakub Pachocki warnen in einem Papier vor einer Intelligenzexplosion. Automatisierte KI-Forschung könnte Jahre an Fortschritt in Monate pressen, die Politik brauche Einblick. Kritiker sehen auch Eigeninteresse der Labors.
Robotaxi im Furttal: 3 Autos, rund 100 Haltepunkte
Im Zürcher Furttal fahren seit dem 28. September drei selbstfahrende Nissan Ariya mit WeRide-Technik. Gebucht wird per App, eine Sicherheitsperson sitzt vorerst am Steuer. Wir zeigen, was das Fahrzeug kann, was belegt ist und wie du es ausprobierst.
Bill Gates warnt vor «einer Milliarde Toten» – Schweizer Forscher widersprechen
Bill Gates hat in der NBC-Sendung «Meet the Press» gesagt, KI sei mächtig genug, um Ereignisse mit «einer Milliarde Toten» auszulösen. Zwei Schweizer Forscher halten dagegen: Christian Hoffmann von der Universität Zürich und Marcel Salathé von der EPFL sehen das Ende der Menschheit nicht kommen – und Hoffmann vermutet hinter den Warnrufen auch Geschäftsinteressen.
Zürich verdoppelt sein Produktivitätswachstum – auf dem Papier
Eine ZHAW-Modellrechnung für den Kanton Zürich sieht KI die Arbeitsproduktivität um zusätzlich 1,1 Prozent pro Jahr steigern – doppelt so viel wie in den letzten 25 Jahren. Im selben Bericht steht, dass die Zahl der Stellensuchenden in stark KI-exponierten Berufen seit Oktober 2022 um 118 Prozent gestiegen ist.
Sakana AI holt Schmidhuber, IDSIA bleibt seine Basis
Sakana AI hat Jürgen Schmidhuber laut eigener Ankündigung als Chief Scientific Advisor für sein neues RSI Lab in Tokio gewonnen. Der KI-Pionier bleibt dabei nach Angaben des Unternehmens weiterhin wissenschaftlicher Direktor des IDSIA in Lugano. Bestätigt ist die Personalie bislang nur durch Sakana selbst und spezialisierte Fachportale.
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